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Köppl setzt auf Elektro-Antrieb

koeppl pnp 8 2017

Quelle: Grafenauer Anzeiger/PNP vom 3. 8.2017, Foto: Nigl

Nur ein leisen Surren ist zu hören. Und das Geräusch der Bürsten, die über den Asphalt kratzen. Firmeninhaber Karl Köppl jun. ist die Freude über das staunende Gesicht von Bürgermeister Max König anzumerken, als er dem Rathauschef der Gemeinde Saldenburg (Lkr. Freyung-Grafenau) seine neueste Erfindung vorstellt: ein sogenanntes „Hydrostat-Profigerät ohne Verbrennungsmotor“, wie es offiziell heißt. Oder anders gesagt: Das bei vielen Bauern in Europa bekannte Köppl-Anbaugerät hat das Flüstern gelernt –mit einem E-Motor.

E-Mobilität ist in. Das weiß auch Köppl jun.Und so wurde quasi zwischen Weihnachten und Neujahr die Idee geboren, das beste Pferd im Portfolio der Köppl GmbH mit Sitz in Entschenreuth bei Saldenburg unter Strom zu setzen. Von Januar bis Mai dauerte es, dann hatten die innovativen Köpfe aus dem Bayerwald die beiden ersten Geräte fertig. Eines mit fest verbautemAkku, eines mit Wechsel-System. Und die überzeugten jüngst auch das Fachpublikum auf der Messe „Demopark“ im thüringischen Eisenach, Europas größter Freilandausstellung der grünen Branche. Es gab eine Silbermedaille für die Erfindung.

Man stehe erst am Anfang der Entwicklung. Firmenchef Köppl sieht seine Flüstergeräte noch nicht beim harten Einsatz beim Bergbauern in Südtirol. Dafür seien die Akkus, die einen Sechs-PS-Motor ersetzen und etwa drei Stunden laufen, noch nicht kräftig und leicht genug.

Als Einsatzgebiet könne er sich aber die Innenstädte vorstellen. Prädestiniert seien kommunale Bauhöfe oder Dienstleister. „Die Kohlendioxid-Emission unserer Maschinen ist gleich Null, auch die Lärmbelastung gegenüber einem Benziner-Kombigerät bedeutend geringer.“ Alles Argumente, die in der heutigen öffentlichen Diskussion um Umweltverträglichkeit und Lärmbelastung immer wichtiger würden.

Innovation und Bayerwald, das schließe sich nicht aus, so Köpplweiter. Gerade für seinen mittelständischen Familienbetrieb mit 84 Mitarbeitern sei es ein ungeheuerer Vorteil, alles unter einem Dach zu haben und so Ideen schnell umsetzen zu können. Ohne einen Aufsichtsrat erst überzeugen oder langwierige Konzepte verfassen zu müssen.

Der Köppl Elektro-Mäher soll 2018 auf den Markt kommen. „Und der wird ein Erfolg, da bin ichmir sicher“, so der Firmeninhaber. Zumal auch viele andere namhafte Firmen schon Interesse an einer Zusammenarbeit geäußert hätten. Für Köppl ist das Ganze allerdings nur ein Einstieg in die neue E-Technologie. „Und die wird rasant sein.“ Wer überleben wolle, müsse dabei sein. Und das ist die Firma aus dem Bayerwald mit ihrem neuen Flüsterer zweifellos.

pnp beitrag 8 2017

Quelle: Grafenauer Anzeiger/PNP vom 3. 8.2017, Foto: Nigl